Alternativ leben in Schleswig-Holstein: Ein Dorf voller Zirkuswagen | die nordstory | NDR Doku

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Alternativ leben in Schleswig-Holstein: Ein Dorf voller Zirkuswagen | die nordstory | NDR Doku

Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2019 Perfekt. Unsere Suite Wie nett die ausstaffiert sind Bokel in Schleswig-Holstein nahe Rendsburg 560 Seelen, 50 Zirkuswagen Thomas war der erste Hippie, den Bokel sah Er baute rund um die alte Wassermühle ein kleines Zirkuswagendorf Dass sich alles so zusammengefunden hat, ist echt erstaunlich Also hätte ich vor 30 Jahren nie gedacht Und sie kamen mit ihrem Freund Thomas ins Dorf Uli und Bärbel haben im Zirkuswagen ihre Kinder großgezogen Jetzt wickeln sie hier ihre Enkel Das hat uns zusammengebracht Wir saßen in diesem Wagen an Weihnachten mit 18 Menschen Oder wie war das? Mhm Er erlebte als Jungbauer, wie die ersten Hippies ins Dorf kamen Heute ist Ralf Bürgermeister von Bokel und gestaltet das Dorfleben mit den Zirkuswagenbewohnern Bei uns ist egal, wer den Vorschlag macht Dann sind da noch Lena und Rainer Sie wollten nur ein paar Monate im Zirkuswagen leben, bis ihr Haus fertig ist Jetzt sind es drei Jahre Wir sind beide keine Wir haben kein Bauhauptgewerbe gelernt Wir machen das einfach nur irgendwie und am Ende können wir alles Bokel – Anfang Januar Minus fünf Grad Wegen der Riesensäge kam er vor 30 Jahren nach Bokel, denn nur hier war Platz für sie und ihn, den Tischler Uli Dücker Mit ihr schnitt er das Holz für seine ersten Zirkuswagen Alles voll Die Betten zum Beispiel, alles was sichtbar und schön ist, wurde hiermit gesägt Anfangs sägte ich viele Ulmen, da war dieses Ulmensterben Es gibt kaum noch Ulmen Es war schwer daran zu kommen Ich hab Schönes daraus gebaut Das Ding war die Grundlage für das hier Rund um die Säge und einen alten Bokeler Resthof hat Uli sein kleines Zirkuswagendorf “Uliwood” gebaut Feriengäste können in den Wagen Urlaub machen Und ein paar Tage so leben wie Uli und Bärbel seit 30 Jahren Wir haben schon viel drüber gehört und haben’s einfach gemacht Haben unsere Möbel verkauft und verschenkt und haben eine Befreiung gespürt Es war wunderschön So klein wohnen, putzen in ‘ner halben Stunde, und alles ist sauber Nicht so viele Dinge zu besitzen, das gibt einen großen Freiraum Vormittags arbeitet Bärbel Finn als Heilpädagogin im nahen Nortorf Auf Uliwood kümmert sie sich um die Wagen-Vermietung Das macht riesigen Spaß, das Leben im Zirkuswagen weiterzugeben Alle Gäste, die wir auf Uliwood haben, fühlen sich wohl und sagen: “Hier ist ‘ne riesige Freiheit und hier ist ein Frieden! Ich denke, das ist auch das, wie wir hier so leben Ohne viel Schickimicki, einfach in Ruhe Alles ist langsamer Hier kann man entschleunigen Er kommt aus Berlin Seit ein paar Tagen lebt Sven auf Uliwood Ich arbeite hier für Kost und Logis Ich mach Urlaub, Aktivurlaub Es spielt keine Rolle, ob Sommer oder Winter Ich erfriere nicht Der Wagen ist beheizt, das war klar Das ist toll Leute kommen zu uns und bringen gute Energie mit Aus der ganzen Welt kommen Menschen Wir brauchen auch Hilfe für viele Sachen

Und wir lieben Kontakte zu Menschen Jede Menge Berufe hat Sven in Berlin ausprobiert – Industriemechaniker, Kaufmann, Tischler, Gastronom Dann irgendwann: Burn-out Jetzt vier Wochen Bokel Es ist stressfrei hier Ist ja keine Großstadt, ne Großstadt ist Gift für mich Für viele andere auch, aber vielleicht wollen’s andere nicht wahrhaben oder sehen es nicht Aber Großstadt hat mit dem Leben auf dem Land nichts zu tun Kein Lärm, kein Straßenverkehr: Ruhe. Aus. Runterkommen Mal was tun Draußen sein an der frischen Luft, fantastisch! 500 Meter von Uliwood entfernt – die alte Wassermühle: Rundeherum die zweite Zirkuswagenflotte Auch diese Wagen können Urlauber mieten Im Januar kommen selten Gäste Zeit für Thomas Jaspert, um einen alten Zirkuswagen aufzumöbeln Sein 15. seit er vor 30 Jahren ins Dorf kam Ich hab Biologie in Kiel studiert Ich hab Botanik gemacht Ich wollte nicht in der Stadt wohnen, das war mir zu langweilig Dann hab ich diese Annonce in der Zeitung gelesen, die hieß: “Suchen Rentner für Stallarbeit, kleines Haus wird gestellt.” Ich war 22 und hab gesagt: “Da fahr ich mal hin.” Da hab ich Bauer Klaus Rathjen kennengelernt Für ihn war es unheimlich, dass so ‘n Hippie kam und sagte: “Ich bin dein Rentner.” Nach vielem Hin und Her hat er gesagt: “Okay, ich nehm dich.” Als wir angefangen haben mit den Zirkuswagen, hatten Uli und Bärbel den ersten Wagen Wir haben uns drei Wagen geholt und sind mit drei Jungs in den Garten gezogen Das war wunderbar Heute ist die Wassermühle das Zuhause von Thomas und seiner Familie Seine Frau Reingart Winkler ist Lehrerin Jede freie Minute arbeitet sie an den Zirkuswagen Man muss wirklich zusehen, wenn es einem einigermaßen gutgehen soll Dann muss man sich regen Das ist es, was ich an den Wagen schätze Man muss es sich warm machen und es passiert nicht viel auf Knopfdruck Sie mussten als Neubokeler hart arbeiten, um anfängliche Vorurteile und Ängste der Dorfbewohner zu zerstreuen Wir haben viele Anzeigen gekriegt Aber die Frage war einfach: Wohin wollen sie uns räumen? Wir waren auf Privatgrundstücken Wir haben keinem was getan und es blieb alles ruhig Nach langer Zeit haben wir uns endlich geeinigt Wir waren beim Kreis und wollten in den gleichen Status kommen wie zum Beispiel ein Campingplatz Wir haben uns geeinigt auf: Drei Wagen sind ein Haus Die sind eine Wohneinheit und wir zahlen Abwasser, Grundgebühren – wie für ein Haus Das führte zu einer Art Legalisierung Seit Generationen ackern Horstmanns auf dem Hof in Bokelholm Sie sahen vieles kommen und gehen Dass Bokel zum Zirkuswagen-Mekka wird, hat Ralf Horstmann nie gedacht Erst hat man das nicht mitgekriegt Es waren eins, zwei, drei, wo es mit anfing, und die liefen mit Hat man nicht so registriert Man sah nur mal, dass in den Gärten ‘ne Skulptur stand oder dergleichen Einen Stall voller Milchkühe rund um den Hof Mais, Getreide und Grünland Von morgens bis abends schuften in einem Dorf voller Zirkuswagen Die nehmen sich die Freiheit, ein Vierteljahr oder halbes Jahr die Welt zu bereisen Und ich beneide sie darum Muss ich sagen Um diese Leichtigkeit beneide ich sie Sie werden auf der anderen Seite auf einiges verzichten, auf Luxus und Standard Es sei ihnen gegönnt * Wind heult * Kold is dat! Hier is schön warm Nach wie vor ist das mein Lieblingsplatz

Ist gut fürn Rücken Als wir angefangen sind, im Zirkuswagen zu leben Wo jetzt Sven drin ist, das war unser erster Wagen. Ja Den haben wir gekauft, weil wir das Haus renoviert haben Wir wussten nicht, wie’s geht Mit den beiden letzten Kindern haben wir da gewohnt Ich hab irgendwann festgestellt: Was sollen wir mit dem Haus? Uli meinte, wir bleiben im Wagen und brauchen den Hof nicht mehr Da fing das an Die Liebe zum Zirkuswagen Es war ein schönes Gefühl Wir waren dicht zusammen und es war besonders Es hat gute Wurzeln gesetzt für uns Auch für die Kinder, Verbindungen geschaffen Mit zwei Kleinkindern auf einer Baustelle leben – im Zirkuswagen mitten in Bokel So wie Bärbel und Uli vor 30 Jahren leben Lena und Rainer Thieme heute Das ist auf jeden Fall hart Die Decke ist nicht isoliert Über Nacht ist es so ausgekühlt, dass es drinnen friert Das Wasser an der Decke ist gefroren Da ist die Zahnbürste Wenn man die in den Mund nimmt, ist die hartgefroren Es dauert so 30 Minuten, bis es warm ist Man macht morgens um 6 Uhr den Ofen an Es ist bitterkalt mit dicker Jacke Wir machen zusätzlich den Gasherd mit vier Flammen an Ihre beiden Töchter sind vormittags in der Schule Vor ein paar Jahren stand dort, wo sie bauen, ein weiß verklinkertes Steinhaus Wir dachten, wir kaufen und renovieren das Haus in acht bis zehn Monaten In der Zeit haben wir den Wagen mit Thomy gebastelt Und dann sind die nach Neuseeland für ein Dreivierteljahr gefahren Wir dachten, in der Zeit renovieren wir das Haus und ziehen dann ein Aber das hat nicht geklappt Das Haus musste abgerissen werden Jetzt steht da ein neues, das hat 3,5 Jahre gedauert bisher Wir haben die 9 Monate auf 3,5 Jahre expandiert Sagt man das so? Den großen Wagen hat Thomas ihnen geliehen Der kleine Bauwagen gehört Lena, in dem zog sie elf Jahre durch die Lande Das ist unser Schlafwagen Hier haben wir vier ein Bett und die Klamotten Und jeder hat eine kleine Ecke Der ist besser isoliert Wenn wir abends heizen, ist es in der Nacht warm Wenn man morgens aufsteht, ist es auch okay Lena ist Tischlerin, Rainer Kfz-Mechaniker Jede freie Minute werkeln sie an ihrem Heim Anders als Rainer liebt Lena das Leben im Zirkuswagen Wenn man im Wagen ist, ist der umschließende Raum irgendwie nicht so dicht Alles ist in die vier Richtungen durch die Fenster geöffnet Mir war wichtig, dass sich das im Haus wiederfindet Hier unten ist es ein ganz großes Einraum-Prinzip Man kann von jedem Fenster quer durchs Haus gucken Oben ist es auch so Martje ist aus der Schule gekommen Die Kinder haben sich an das Leben im Zirkuswagen gewöhnt Hier funktioniert es, es gibt gute Absprachen Aber an den allermeisten Orten sobald es zu einer Anzeige kommt, ist es vorbei Schade, dass es an vielen Orten nicht möglich ist, das zu machen, weil es politisch unerwünscht ist Thomas aktuelles Großbaustelle ruht Denn den Künstler, den Bildhauer hat eine Idee gepackt Ich bin Bildhauer mit Leib und Seele Ich bin froh, dass ich wieder dazu komme Man hat ab und zu ‘ne künstlerische Pause Ich hab viele Zirkuswagen gebaut, zwei Kinder großgezogen Jetzt komm ich wieder in die Bildhauerei rein

“Block im Kopf” ist so ‘n Versuch bei diesen Skulpturen Diese Skulptur ist eine der ersten zu diesem Thema, die ich gemacht hab Block im Kopf Vor 20 Jahren war er eine große Nummer in der Kunstszene, hat mit dem Verkauf der Skulpturen sogar die alte Mühle finanziert Im Sommer will er nach langer Pause wieder ausstellen Dieses Stück Land verbindet ihre beiden Zirkuswagendörfer Die 16 ha haben die vier Freunde vor ein paar Jahren Kai Godt, einem Bauern aus Bokel, abgekauft und nach ihm benannt: Kailand Zehn Froschteiche und jede Menge Holzstege haben sie angelegt Unser Kailand soll für viele nutzbar sein Wir haben immer Leute, die nicht so gut zu Fuß sind Auch die älteren Herrschaften aus dem Ort Die wollen hier auch gucken und die Frösche sehen, und sehen, wie sich das entwickelt Darum haben wir Bohlenwege gebaut, damit wir Leute, die eingeschränkt sind, mit reinnehmen können “Landbefreiung” nennen die Künstler den Kauf Denn auf das Land, das sie auf Kredit gekauft haben, kommt keine Chemie Im Frühling zeigen sie Besuchern, wie die ursprüngliche Natur aufblüht Über die Zirkuswagenhotels versuchen wir, den Abtrag für das Gebiet reinzubekommen Also wie meine Frau Reingart sagt: “Wohnen zum Wohle der Natur” Im Sommer bietet Thomas Führungen ins Kailand an Immer wieder sitzen die vier Freunde zusammen, ein wenig Dorfpolitik machen Seit Jahren engagieren sie sich im Bokeler Gemeinderat, Kultur- und Bauausschuss Früher war der Gemeinderat schon so, dass es ein Gegeneinander gab Ganz früher, als ich nach Bokel gezogen bin, war das so, dass viele böse Worte gefallen sind Manchmal gab es nach dem Gemeinderat ein Handgemenge Mit Ralf als Bürgermeister haben sich die Sachen gewandelt Und für alle wurde ‘ne Leinwand geschaffen, auf der wir schön malen können Wir als Künstler, ne Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis die Künstler angekommen waren Ich hab schnell festgestellt, es gibt eine Prämisse in Bokel: Du musst was machen, um Anerkennung zu finden Arbeiten ist angesagt im Dorf Das kam von vielen Leuten Über Arbeit läuft viel Anerkennung ♪ Ruhige Gitarrenmusik ♪ Drei Monate später, Anfang April Das Dach seiner Großbaustelle ist wasserdicht Die Fenster hat Thomas im Internet bestellt Schönes Fenster ausm Schiff Schön Bongossi * Stöhnen * Und … passt Bei Zirkuswagen mischt man die Fenster Die sind tatsächlich ausm Schiff Deswegen ist es so fettes Mahagoni Die sind wieder anders, aber zumindest sind es vier gleiche Die Fenster, die ich für den Wagen gefunden hab, suche ich schon ‘n Jahr Es dauert bestimmt ‘n Jahr, bis man Fenster hat, die zusammenpassen Schon jetzt ist zu erkennen, wie der Zirkuswagen mal aussieht Und das nach nur ein paar Tagen Bauzeit Mein Freund Uli sagt, wenn das Material auf der Baustelle ist, ist es die halbe Arbeit Wir haben im letzten halben Jahr das ganze Material gesammelt Und dann geht das ganz fix Vom Wrack bis zum Gestänge sind das acht Tage Es ist wie beim Hausbau, erst denkst du, es geht schnell, sobald du bei den Fußleisten bist, wird es langsamer Mahlzeit, na Bauer Ralf und Künstler Thomas haben sich über die Jahre angefreundet Scheiben geputzt? Kann ich rein? Hab ich nicht

Ist der für dich? Ja Das wird mein Rentenwagen Ist schon so weit? Joa, wenn die Kinder ausm Haus sind Dann werd ich mich verkleinern, das ist schon sicher Ich find gut, wenn man weniger hat Im Alter das ganze Haus putzen, ist zu viel Arbeit Für mich wär dat nichts Ach. Er wird schon hübsch werden Wie die Künstler einfach nach Neuseeland reisen, das würde Ralf auch gerne Halbes Jahr weg, schon, aber nicht im Wohnmobil oder so Nee, dafür bin ich nicht Wenn ich mit meiner Frau im Wohnmobil unterwegs bin, hat sie so viel Arbeit wie zu Hause, aber sie soll auch Urlaub haben Komm mal raus! Wenn Reingarts und Thomas’ Tochter Lia die Frettchen Mango und Kiwi ins Außengehege bringt, fängt die Zirkuswagensaison an Mit ihrem Vater Thomas engagiert sie sich im Tierschutz Im Sommer haben wir die Vogelauffangstation Dann müssen wir uns um die Vögel kümmern, da lernt man viel dazu Schmetterling, Giraffe, Eisvogel – alle Wagen haben Namen Im Winter begann Reingart, den “Eisvogel” zu streichen Jetzt im Frühling wird er fertig Es ist toll. Es ist unglaublich Ich mag die Jahreszeiten insgesamt Jede hat ihre Qualitäten, aber Frühling ist natürlich Da bricht alles raus, da zeigt sich alles Zeigt sich auch das, was vernachlässigt wurde Die langen norddeutschen Winter setzten den Zirkuswagen zu Bald müssen die Wagen bezugsfertig sein Jetzt muss Geld reinkommen Alle sind berufstätig Uli, Bärbel, Reingart und ich haben Jobs Um das Kailandgebiet zu finanzieren, muss das Geld über die Zirkuswagen reinkommen Jedes Jahr ist es anstrengend, das reinzubekommen Das “Känguru” ist schon bewohnt Bettina Leuckert, Tanzlehrerin aus Berlin, kommt jedes Jahr für ein paar Tage nach Bokel Es sind so viele Menschen, die so eine gute Mischung aus Tatkraft, Herz und Genie haben Die Mischung ist inspirierend und die lässt mich wiederkommen Wenn die Säge stillsteht, ist Frühling auf Uliwood Nur im Winter schneidet Uli mit ihr die dicken Stämme die Fußmatte ausschütteln Dieser Wagen ist fertig Gleich kommen Gäste Betten sind gemacht 18 Betten in sieben Wagen vermieten Bärbel und Uli Es ist wichtig, dass es wieder anfängt Der Hof wird wiederbelebt, wir erwachen aus dem Winterschlaf Viele neue Menschen kommen, viele Stammgäste und Bekannte “Holzwurm” nennen ihn die Bokeler In seiner Werkstatt verarbeitet Uli jede Holzart zu Tischen, Stühlen oder zu kompletten Einrichtungen für Geschäfte und Zirkuswagen Bevor er nach Bokel gekommen ist, lernte Uli in Kiel Industrietischler Schon als Kind war er vom Material Holz fasziniert Das ist Rapsöl Da kippe ich ein bisschen drauf und ihr könnt sehen, was rauskommt So ist das Holz mit allen Farben Grünstiche sind drin, gelbe Sachen, die Maserung ist wild Beim Arbeiten geht es mir oft so, dass ich in ein Stadion der Selbstvergessenheit gerate Da bin ich glücklich und dankbar Ich denke nicht über große Dinge nach, sondern bin nur Ausführender Am Abend kommt eine Gruppe junger Leute nach Uliwood Das ist der Wagen Hier können vier Leute schlafen Ich hab euch drei Betten bezogen, oben ist ‘ne Doppelbettdecke Oben ist ein 1,40er-Bett Ein Erwachsener kann da schlafen Hier können die sich zusammentun, wie sie gerne wollen

Ich wollte was Kuscheliges und kein Hotel Ich wollte keine glatten Kanten und Kunststoffflächen hochpoliert, sondern weil wir Erlebnispädagogen Das kann man sich denken Wir freuen uns auf Natur Ein Schritt zur Wiese! Etwa 40 Euro kostet eine Übernachtung pro Person Für Patrick ist es das erste Mal – schlafen in einem Zirkuswagen Man hört vor allem die Vogelstimmen * Vogelgezwitscher * Lauter als alles andere Das ist schon schön Ich habe den Bauwagen ausgesucht, weil er hell und mit Holz abgesetzt ist Scheinbar richtig gutes Holz, Eiche ist das Kuschelig ist es und trotzdem hell Der Blick aus dem Fenster – ist wie Camping nur wärmer Im Winter haben Lena und Rainer nicht viel geschafft auf ihrer Baustelle Doch seit ein paar Wochen ist Lena in Elternzeit Es geht voran Die Fenster waren ein Meilenstein, weil man auf einmal so ‘n Haus hat Da war es noch richtig kalt, als das alles zu war Das ist schön Im Winter haben wir uns in der Enge bisschen angenervt Da haben wir schon gedacht, dass es schön wäre, zum Winter zumindest den unteren Wohnraum zu haben Aber ich glaub nicht, dass wir es schaffen Ich bin noch bei der Fassade Das ist viel mit den Anschlüssen, mit den Außenfensterbänken Das muss richtig dicht sein, damit es nicht rein regnet Drinnen müssen Installationsarbeiten erledigt werden, das kostet Zeit Das ist Rainers Job * Vogelgezwitscher * Bis das Haus fertig ist, hat er sich im Geräteschuppen ein provisorisches Büro eingerichtet Von hier verleiht er Busse an Musiker aus aller Welt, die in Europa auf Tour gehen Das ist ein kleiner Kreis von Agenten von Booking-Agenturen, die für die ausländischen Bands die Tourneen buchen Das buchen die nicht von Amerika oder Australien aus Das sind europäischen Agenten Da gibt es nicht so viele in Europa Das spricht sich rum Wenn man Glück hat, werden die groß Mit der Busagentur und dem Elterngeld halten sie sich über Wasser Handwerker können sie sich nicht leisten Seit dem Winter hat Thomas viele Skulpturen geschaffen Die Ausstellung nimmt Form an, und das neben dem Zirkuswagenbau Ich versuche ein, zwei Wochen konsequent Kunst zu machen und ein, zwei Wochen an den Zirkuswagen zu arbeiten Das trennt sich schön Einmal im Jahr, im Frühling, treffen sich die Bokeler zum Dorfputz Müll sammeln, Straßen fegen, Laternen reparieren, sich gemeinsam ums Dorf kümmern Seit ein paar Jahren sitzen Bärbel und Bokeler Berthel im Gemeinderat Der muss immer neben mir sitzen, weil mir Berthel genau sagen kann, wer das ist Ich bin Neubürger in Bokel und Berthel kennt sich aus Manchmal muss ich ihn fragen, wer das ist Das Leben ist sehr schön und es bringt Spaß Wir sind uns nicht immer einig, aber es kommt immer zum Nenner Wir wollen zum Kindergarten Da muss ‘ne Waschmaschine und Trockner hin Ich werde mit Ralf rumfahren und die Beleuchtung auf LED umrüsten Lass uns da anfangen Ich hoffe, alle sind eingeteilt Super. Lass uns Die Kita soll eine Waschmaschine bekommen Hinten müssen wir noch rein Ein Fall für Uli, der sitzt im Bauausschuss Dass wir die Ecke freiräumen Wollen wir nicht eine Wand hinstellen? Eigentlich nicht. Meinst nicht? Einen alten Schrank, ich hab da noch was Manche Sachen laufen schief, dann stehe ich da und regle das Das Problem ist, er braucht nur fünf Aufforderungen Aber er hat mir zur Weihnachtsfeier einen weißen Kalender geschenkt Den nutze ich auch. Ist wahr? Ja Wozu? Für Termine Für Termine! Hab ich in letzter Zeit was nicht eingehalten? Hab dich nicht gesehen

Ich mach gleich zu Vorne haben wir noch was, komm mit Aufträge an Fremdfirmen vergibt die Gemeinde fast nie Vier Wochen später, Anfang Mai * Vogelgezwitscher * Das erste laue Lüftchen hat eine Zirkuswagen-Tür aus den Angeln gerissen Das ist die schönste Jahreszeit Heizzeit ist fast vorbei und wir hatten ein relativ kaltes Frühjahr Wir haben bis Mai geheizt Wir heizen vier bis fünf Monate nicht Das Ritual fällt einfach flach Jetzt ist eine fantastische Zeit Die Natur ist explodiert In zwei Wochen hat das ‘ne andere Färbung Kriegst du die Tür repariert? Bin dabei Schön! Bärbel geht zum Senioren-Nachmittag Sie organisiert mit Bürgermeister Ralf einen Kaffeeklatsch Später gibt’s ein Fest Wir feiern unsere Freunde Reingart und Thomas Wir sind Trauzeugen gewesen vor zehn Jahren Und wie Reingart immer sagt: “Sie haben auch uns geheiratet.” ♪ Ruhige Gitarrenmusik ♪ Im Zirkuswagendorf an der Wassermühle haben Reingart und Thomas heute alle Wagen für ihre Gäste freigehalten Thomas’ Bauprojekt geht voran, alle Wände sind eingezogen Eine Seite ist schon ganz fertig Da das ein bisschen Reingart und mein Rentenwagen werden soll, wollen wir da schon irgendwann reinziehen und das Haus verlassen Daher ist der Wagen eine Herzensangelegenheit Kunstpause: In den letzten Wochen ist keine Skulptur dazugekommen Das Kailand blüht auf Die seltene Lila Heidenelke, der Hornklee und die Kuckuckslichtnelke Alle Teiche sind voller Leben Er nutzt das Kailand als Wildkräuter-Buffet für seine Tiere Wanderschäfer John Kimmel – ohne Schafe, aber mit Frau und Lehrling Hier bekommen seine Schafe Bio-Futter Die extreme Vielfalt der Pflanzen tut unseren Schafen gut Die Schafe mögen nicht nur ein Gras die finden es klasse, wenn sie hier Kräuter haben Jedes Jahr im Mai kommt der Schäfer ins Kailand Hallo. Hi Lange Haare! Grüß dich! John, hallo Johns Schafe halten Gras und Buschwerk niedrig, dafür wird er vom Land bezahlt Hier bekommt die Herde eine Pause Jaja. Es ist ein Ort der Begegnung Wir kennen die Leute schon lange Und es gibt immer neue, das ist toll Das ist so in Schleswig-Holstein einmalig Am Nachmittag zieht John mit seiner Herde ins Kailand Jetzt könnten Lena und Rainer arbeiten, aber sie wollen erst mal genießen Es wird warm, wir müssen nicht heizen Gestern mussten wir noch heizen, aber heute ist es schön So ist es natürlich ein Träumchen Wir haben diesen späten Apfelbaum Wenn der Wind kommt, fliegen die Flocken Also nicht die Flocken, sondern die Blütenblätter, aber wie Schneeflocken Das ist schön Im Haus hat Rainer mit den Maurerarbeiten begonnen, aber seine Tourenbusagentur geht immer vor Dann mach ich weniger am Haus, weil ich Saison habe mit meinen Tourbussen Die sind alle auf Tournee und es kommt viel wieder Es sind immer nur kurze Zeiträume,

gerade wegen der Festival-Saison, die fängt jetzt an Direkt neben der alten Wassermühle: der Godt-Hof Den hat Berthel vor ein paar Jahren von seinem Vater übernommen Am liebsten ist er bei seinen Milchkühen Die Mühle nebenan gehörte zum Hof, bevor die Godts sie an die Künstler verkauften Man muss offen sein, man darf keine Vorurteile haben, man muss gleiche Interessen haben Und mit denen reden Und auch Hilfe annehmen von denen Oder dass wir denen helfen Es ist ein Geben und Nehmen Man darf nicht nur sagen: “Ihr seid alleine und gehört hier nicht her.” Wir sind ein Dorf, alle gehören dazu Hier sitzen wir gern, ne Magret? * Lachen * Seit Berthel den Hof übernommen hat, sind seine Eltern Herman und Magret Godt auf dem Altenteil Von ihrem Wintergarten aus können sie prima sehen, was in Bokel los ist Viel war los, als die Künstler ins Dorf kamen Ich fand das toll, dass die das gemacht haben Und wenn man in einen Zirkuswagen geht, wie nett die ausstaffiert sind! Da ist nicht einfach ‘n Brett, das hat Schlitze und Biegungen, da ist ein Garderobenhaken dran Ich find das so interessant Aber etwas skeptisch waren wir Wir wussten nicht, wie viele nun kommen Die kamen so nach und nach und waren immer nett Deswegen hat man nicht gemerkt, dass die anders waren Das Schöne ist, dass sie keinen angeschwärzt haben, obwohl sie auch grün waren, wie das so schön heißt Aber es gab nie Streit wie in anderen Dörfern In ihrer guten Stube sieht es anders aus als in den Zirkuswagen Wir lachen immer, wenn wir einen Tisch gedeckt haben mit Silber, Kristall und Porzellan Und wenn wir da kommen, bringt man Geschirr mit Meine Mutter hat früher gesagt: “Keiner ist mehr und weniger als du.” Das ist mein Leitspruch Ich kann vom Teller genauso essen wie aus der Blechschüssel Wenn man das alles annimmt, gibt es keine Probleme Das Kailand nutzt der Wanderschäfer als kurzen Zwischenstopp auf dem Zug zu den großen Flächen, die er beweidet Dorthin schaffen seine Tiere es nicht an einem Tag 1100 Schafe, Lämmer und Ziegen grasen jetzt drei Tage im Kailand * Blöken * Wir hatten Hitze Normal, wenn es heiß ist, ist es ‘ne harte Tour Wir haben nun Wasser, dank Thomas Das war immer ein Problem Am Fluss gibt wenig Stellen, wo sie nicht versickern Zirkuswagendorf Wassermühle Zeit zum Feiern: Reingarts und Thomas’ 10. Hochzeitstag und ihr Projekt Kailand Die Gäste schauen den Hochzeitsfilm von damals in der neuen, alten Wassermühle Beim Kauf vor 20 Jahren sah die noch anders aus Das Gebäude war vollkommen verfallen Gemeinsam haben die Freunde das marode Anwesen bewohnbar gemacht Viele waren vielleicht nicht da, aber die Bokeler wissen das noch, wie es damals war und was sich verändert hat Und dass es immer weitergeht und das ist so schön Dass wir irgendwann mal jeder alleine angefangen haben und dass wir das jetzt zu viert ausrichten können: Diese Feier, diese Erinnerung und dieses Weitergehen, das ist für mich eine besondere Freude Gemeinsam zum Kailand wandern Von dort weiter bis zur Festwiese auf Uliwood, immer entlang der Bokeler Au Wer ins Kailand will, muss durchs Himmelstor, in das Thomas einen Stein setzte Den hat ihnen auf der Neuseelandreise ein Schamane geschenkt Wer durchs Tor geht, nimmt magische Kräfte fürs Kailand mit, glauben die Künstler Lass es Spökelkraam sein, Hauptsache es hilft Ist doch egal, ob da einer Spökelkraam zu sagt Wenn es einem hilft, ist doch in Ordnung

Und wenn es gut ist für die Allgemeinheit, und jeder hier Kraft tanken kann, dann ist das ‘ne feine Sache Ein Stück Natur für Jedermann Deshalb haben die Künstler das Land ganz uneigennützig gekauft ♪ Ruhige Musik und Gesang ♪ 200 Freunde feiern am Abend auf Uliwood auch das Projekt Kailand Es können nur wir vier so machen Das glaub ich auch Das würde mit anderen nicht funktionieren Weil wir uns so lassen können, wie wir sind Jeder auf seine schöne Art Und jetzt ist so dieser Moment zum Innehalten und tief ausatmen und wieder einatmen für das, was kommt Sommer in Bokel Thomas’ Zirkuswagenbau geht ins Finale: Elektrik verlegt, Sanitäranlage eingebaut Die bösen Sachen sind schon passiert, die schlimmen Dinge des Lebens Jetzt kommt der schöne Teil So ‘n bisschen Finish zusehen, dass man ihn hübsch macht Vielleicht wird der Wagen noch vor dem Herbst wieder rollen Falls wir ihn in den nächsten Wochen fertig kriegen, kommt er ins Kailand Vier Wochen wollen wir da einen kleinen Urlaub machen Die meisten Leute drum herum haben noch Feriengäste Wir werden nicht in Urlaub kommen Wir haben sozusagen die Urlauber zu Hause Dann werden wir abends kurz Urlaub im Wagen machen Viele ihrer Wagen sind außerhalb der Ferienzeit nicht vermietet Doch oben in der Tierauffangstation ist vor Kurzem ein Star eingezogen * Fiepen * Der war gestern noch schluffi Der hätte fast die Nacht nicht überlebt, weil der so kalt war Aber dann haben wir den wieder warm bekommen Hoffentlich kriegen wir den hoch Mittagszeit auf Uliwood Gleich wollen Uli und Bärbel mit Tochter Flora und Enkel Bela essen Flora wohnt mit ihrem Freund, der als Handwerker viel unterwegs ist, drüben auf dem Resthof ihrer Eltern Ich brauch einen Löffel für Bela Ja, hole ich gleich Flora wollte ein alkoholfreies Bier? Ausm Glas Ja, ‘n Glas hole ich dir auch Ihren Zirkuswagen haben sie etwas abseits gestellt Ein wenig Abstand zu den Gästen ist wichtig ♪ Lagst du in meinen Armen Es war die schönste Zeit ♪ Heute ist Uliwood mit einem Event ausgebucht: Ein Junggesellinnenabschied Die Damen schlafen eine Nacht im Wagen Diese Suite hat sich Pia, die künftige Braut, ausgesucht Finde ich cool! Weil man das bestimmt nicht noch mal macht, vielleicht doch Für Uli, Bärbel und die Kinder ist der Zirkuswagen Alltag Tochter Flora hat bis zu ihrem 15. Lebensjahr in einem Wagen gewohnt Für mich ist das normal Auch mit den Holzöfen im Winter, das ist ganz normal Das bedeutet für mich irgendwie auch Zuhause Es gehört für mich dazu, der Flur ist für mich draußen Im Wagen zu sein, dicht an dicht, die waren alle dicht bei mir dran, das war ein tolles Gefühl Das haben die Kinder auch immer wieder gesagt Die haben darauf bestanden, dass wir die Familienfeiern immer im Wagen machen Dass es so muckelig ist und so eng und so vertraut, verbindend Ja, das ist schön Bela, so wie mit dir

Bei uns ist der Blitz eingeschlagen Hast du das schon erzählt? Es hat uns die Telefonanlage zersemmelt Ich stand da und die Kinder sind von hier zu mir gerannt Dann hat der Blitz eingeschlagen Da ist ‘ne Pfütze, da sind die durchgelaufen Mahtje hat gesagt, der Blitz hat ihr am Bein geklammert Wir haben uns doll erschrocken, es war schon krass Wir haben Glück gehabt Mit Verwandten und Freunden haben sie den Dachstuhl gedämmt Wir haben beide kein Bauhauptgewerbe gelernt Wir machen das einfach nur so und am Ende können wir alles Das ist ein schönes Gefühl, zu merken, was man alles kann Gefühlt sind wir bei 50/50, dass das Haus zu 50 % fertig ist Oder, dass 50 % noch gemacht werden muss, je nach Sichtweise Das Ohr hat Thomas zur Einweihung mitgebracht Künstler und Urbokeler haben ihr neues Gemeindehaus gebaut Hier tagt einmal im Monat der Gemeinderat So, Uhr ist halb acht gewesen Zur Gemeinderatssitzung darf ich alle begrüßen Wir freuen uns, dass Zuschauer hier sind Bärbel sitzt neben Berthel, kümmert sich um die Seniorenarbeit Uli ist im Bau-, Thomas im Kulturausschauschuss Ich würd mich freuen, wenn ihr zur Sitzung kommt Da könnt ihr Einfluss nehmen und sagen, was ihr gerne noch möchtet Dem anderen Raum geben für seine Ideen Der Wandschmuck im Gemeindehaus: Thomas Holzarbeiten Direkt darunter das Logo der Freiwilligen Feuerwehr Was wir auch gelernt haben, wir sind alle moderat Und wir gehen respektvoll miteinander um Dass wir einander als Mensch achten, obwohl wir hier Gemeinderat sind Das finde ich wichtig Jeden ernst nehmen Jeder, der ein Anliegen hat, macht das nicht aus Spaß Das ist seine Vision und die muss man anhören Ich muss die ja nicht mögen Deswegen müssen wir versuchen, auf einen Punkt zu kommen Wie gut, dass Bärbel neben Berthel sitzt Heute waren schon zwei Personen da, die Bärbel nicht kannte Hochsommer in Bokel Hochsaison im Zirkuswagendorf an der Wassermühle Alle Domizile sind ausgebucht Ein Mann aus Hamburg feiert seinen 30. Geburtstag mit 40 Gästen Ja klar, jetzt ist die Saison und darum sind größere Gruppen da Das ist schon Erntezeit Wenn die Veranstaltungen laufen, Geburtstage und Hochzeiten und so, dann durchmischt sich das schnell Da wird der persönlicher Spielraum enger Keine Zeit für den Zirkuswagenbau, keine Zeit für die Bildhauerei Seit Wochen hat Thomas nichts Neues geschaffen Er ist wieder munter Vier Wochen hat Lia den Star gefüttert Viele Heimchen, viele Regenwürmer, Fliegenmaden Jetzt ist er ‘n Fitter und fliegt auch auf die Hand Aber er ist bisschen frech und pickt mir in die Füße Seit ein paar Tagen lässt Lia die Tür der Voliere offen Wenn er fliegen kann, dann fliegt er weg Er wird wohl noch bei uns bleiben, aber er wird bald wegfliegen Auf Uliwood wird wieder gefeiert Max, Ulis Sohn aus erster Beziehung, hat Steffi geheiratet Ihre Honeymoon-Suite ist ein Zirkuswagen Total schön Das hab ich mir als Kind vorgestellt, dass ich irgendwann mit dem Zirkus unterwegs bin Oder dass ich Hippie werde Das ist genau das, was ich mir vorgestellt habe Also es kommt nichts Fremdes

Alle sieben Kinder von Uli und Bärbel sind gekommen Auch Bärbels Sohn Nils aus ihrer ersten Beziehung ist angereist Dass sie den Ort so lieben wie wir Das ist ein Paradies hier Alle, die herkommen, und die Kinder sagen das Nils will vielleicht bald nach Uliwood ziehen Ich will bestimmt noch mal los, aber ich will irgendwann wieder hierher zurück Das Zirkuswagen-Hotel lässt sich wunderbar weiterspinnen Genau, Nils ist nämlich Koch Genau, wer weiß Vielleicht spinnen wir weiter Heute kümmert sich Uli um die Gäste Ihr kriegt die “Ringelblume” Die Wagen haben Namen und der soll noch bunt angemalt werden Das ist aber noch nicht passiert Siglinde und Peter, Verwandte der Braut, ziehen in die “Ringelblume” Das ist ja perfekt Unsere Suite für heute Nacht Traumhaft! Dann braucht ihr keinen Schlafsack rausholen Sehr schön. Das ist ja bequem Herrlich, Uli Ja, einfach aber schön Mehr braucht man nicht Nee, mehr braucht man nicht Und das funktioniert? Ja klar, ist alles angeschlossen Das ist ja schön Das ist richtig komfortabel Ich hab ja gesagt, wir nehmen einen Schlafsack mit, aber die Steffi hat gemeint, dass es nicht nötig wäre Dass das mit Decken und allem ist Also das ist schon echt sehr komfortabel Das ist gut. Das ist so richtig wie aus Astrid Lindgren, so Pipi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga ist das Aber authentisch, muss man sagen Willkommen und ‘ne schöne Nacht! Aber wir feiern heute schön, ne? Die Geburtstagsgesellschaft wartet aufs Abendbrot Normalerweise sind die Gäste Selbstversorger Aber gegen einen Aufpreis stellt sich Thomas an den Herd Vor 30 Jahren hab ich als Knecht hier angefangen Ich war froh, dass ich einen Platz zum Leben gefunden hatte Ich hab mir überlegt, ob ich hier leben möchte Die Dinge haben sich stark verändert Dass sich alles so zusammengefunden hat, das ist erstaunlich Hätte ich vor 30 Jahren nie gedacht Uliwood rockt! Ulis Tochter Lilli mit ihrer Tochter Romy, Sohn Felix und Enkel Bela – alle an einem Tisch Das ist erstaunlich, wir vertragen uns wirklich alle Auch mit unseren Ex-Partnern, das ist ‘ne große Gemeinschaft Felix, sag du mal was dazu jetzt Definitiv Einerseits stolz Aber in der Familie hat man ‘n anderen Blickwinkel als die Außenstehenden Familiäre Strukturen sind besonders Man steckt in gewissen Rollen und Mustern drin Ich war lange auf Reisen und bin jetzt vor Ort Es ist wunderschön ♪ Heitere Blasmusik ♪ Nun sind schon die Augustäpfel reif Wenn alles gut geht, wollen Lena und Rainer im Frühjahr in ihr neues Haus ziehen Es ist alles gut Wir sind fröhlich, vertragen uns gut. Frei! Und tüddeln so rum Es gibt kein Einzugsdatum oder so, das brauchen wir nicht Wir müssen nirgendwo raus oder so Der Riesen-Holzkopf soll Eyecatcher der Ausstellung werden Die hat Thomas verschoben Noch hat er nicht genug Skulpturen Ist ‘ne tolle Geschichte gerade, weil ich wieder das machen kann, was ich machen möchte Es deutet sich an, dass das übern Winter so weitergeht * Muhen * Für sie ist in ein paar Jahren Schluss mit dem Bauernleben Ralf will seinen Hof verpachten Dann können sie es so machen wie die Künstler – einfach mal weg Halbes Jahr nicht, das kann ich mir nicht vorstellen

Aber mal 14 Tage, drei Wochen am Stück, das wär auch mal was Bisher kennen wir bloß sechs Tage Er ist tatsächlich fertig geworden Heute wollen sie ihn gemeinsam ins Kailand ziehen Das ist wie ‘ne Geburt Das ist so, dass man es nicht glauben kann, dass der gleich losfährt Der ist noch keinen Meter gefahren, also in diesem Zustand Das ist spannend, wie er sich verhält, wie die Statik ist und so Das ist fantastisch Eine Meisterleistung, was er hier gemacht hat Auch die Ästhetik, es stimmt einfach alles, sehr schön Wir ziehen die Schuhe aus Das ist interessant, ob die Statik vom Wagen so ist, dass die Scheiben, die Festelemente, dass die alle heile bleiben Jetzt freu ich mich, dass die Kinder mitfahren ♪ (alle) Jetzt geht’s los Jetzt geht’s los ♪ ♪ Jetzt geht’s los ♪ ♪ Queen: “Bohemian Rhapsody” ♪ ♪ Mama, ooh ♪ ♪ Didn’t mean to make you cry If I’m not back again this time tomorrow Carry on, carry on As if nothing really matters ♪ Ja, das ist schön, traumhaft Ja, das ist der Blick Das ist ein wunderschöner Ausblick auf die Teiche Das ist ein schöner Ruheplatz Das ist diese Kombination Wer hätte gedacht, dass die Alternativ-Idee Zirkuswagen so ein Grundstück finanziert Tut es letzten Endes mit den Hostels Das ist ‘ne super Verbindung Und dass die Natur mitspielt, dass wieder Vielfalt entsteht Da sitzt ‘n Eisvogel, seht ihr? Ja, da hinten Genau an der Kante, ja Jetzt ist er weg ♪ Beschwingte Musik ♪ Copyright Untertitel: NDR 2019