Verrostet, verstaubt, unverkäuflich: Karl und Jakob Dietrich sammeln Landmaschinen | Unser Land | BR

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Verrostet, verstaubt, unverkäuflich: Karl und Jakob Dietrich sammeln Landmaschinen | Unser Land | BR

Untertitelung: BR 2019 Auf den ersten Blick sind es nur Schrotthaufen Doch für Karl und Jakob Dietrich ist es ein Schatz, den sie im Laufe ihres Lebens angehäuft haben: Eine riesige Sammlung alter Landmaschinen Einfach abgestellt, nicht restauriert, unverkäuflich Wir haben zwei besondere Brüder besucht Nur wenigen haben Karl und Jakob Dietrich bisher das Tor zu ihrer Schatzkammer in Neustadt an der Donau geöffnet Kräftige Männer Also da, das ist ein MAN Viele wissen gar nicht mehr, dass die mal Schlepper gebaut haben Die haben den ersten Allrad gebaut Damals war das die Besonderheit von MAN Und das sieht man da, das ist der Allrad Da möchte ich dazu sagen, ausschauen tun sie nicht mehr besonders gut Na ja, das werdet ihr sehen, wir haben nicht restauriert, sondern wir haben gesammelt Das schaut ihr euch jetzt halt mal an Das heißt, ihr seht hier unsere Pferde Das sind ja die Nachfolger von den Pferden Und es sind schier zahllose Pferdestärken Gut 100 Traktoren und unüberschaubar viele weitere Relikte bäuerlicher Arbeit stehen in mehreren Hallen Verstaubt, verrostet und verehrt von den Brüdern Jakob Dietrich ist 84 Jahre alt Würde ich schon sagen, dass das eine Leidenschaft ist, die kann man nicht erklären 60 Jahre Sammlerleidenschaft, fast ein Lebenswerk, Karl Dietrich ist 86 Stolz ist der falsche Ausdruck, aber Zufriedenheit Die ganze Gegend lacht natürlich ein bisschen über uns Sie sagen: Sind die noch zu retten, die haben doch einen Tick So ein altes Glump hebt man doch nicht auf, das gehört in den Schrottcontainer Das haben wir halt nicht gemacht Alle kommen und sagen: “Kannst du uns nicht dein altes Glump sehen lassen.” Die, die früher mal Bauernbuben waren, die jetzt bei Audi oder BMW arbeiten, kommen und sagen: “Mensch, ich hab mal den und den Bulldog gehabt, könnte ich den nicht mal anschauen, mit dem bin ich ins Feld gefahren, da hab ich geackert oder irgendetwas Hast du noch einen solchen?” Ja, sicher, wie z.B der Hinterste, der Grüne da Das ist unser erster Deutz, Baujahr 1954 Und der Bauer bekniet mich immer, ich soll ihn ihm doch wieder geben “Bei dir steht er doch auch nur da oben.” Dann sag ich: “Das ist richtig, aber du hättest ihn weggeschmissen.” Das wäre halt sein Schmuckstück, den würde er sich wieder wünschen Der ist unverkäuflich, da sind wir uns alle einig, da käme ja jeder Und warum steht der da oben? Den habe ich da raufgestellt, weil der Bruder Hans, also unser Verkäufer, wollte den wieder verkaufen Und ich hab gesagt: Das war der erste luftgekühlte Deutz, den wir verkauft haben, den heben wir auf Darum habe ich den da raufgehoben, damit er den nicht verkaufen konnte Hier liegt der Ursprung der Sammlung, der Landmaschinenhandel Dietrich und Scheurle in Neustadt Den haben sechs Geschwister, zwei Mädchen und vier Buben vom Stiefvater Xaver Scheurle und von der Mutter Kreszenzia geerbt Meine Mutter hat ihre Kinder alle wie eine Gluckhenne Sie hat von ihren Kindern fast niemanden hergeben wollen Das heißt, sie hat gesagt, jeder hat bei uns eine Arbeit, und jeden können wir brauchen Und so ist eigentlich jeder daheimgeblieben Weil die Schwestern Jakobine und Marianne dann doch weggeheiratet haben, lag die Betriebsleitung in den Händen der vier Brüder: Links Jakob und der inzwischen verstorbene Sepp Rechts der Älteste, Karl, und Hans, auch er ist schon gestorben Verkaufte man einen Traktor oder Mähdrescher, war es üblich, ein gebrauchtes Gerät in Zahlung zu nehmen Und diese Gerätschaft

stapelte sich über die Jahrzehnte auf dem Firmengelände Viel zu schade für den Schrotthändler, davon sind die Brüder überzeugt Meine Frau sagt immer, ich bin ein Messie Wenn meine Frau schimpft, sag ich: Dafür geh ich nicht fremd, weil ich keine Zeit hab dafür Es ist wie der Blick in ein Archiv vergangener Landtechnik In Deutschland wurde die Arbeit auf dem Feld vielerorts erst nach dem Zweiten Weltkrieg mechanisiert und motorisiert Als dann Motorenkraft allein nicht mehr genügte, sollte der Traktor auch sicherer werden In den 70ern wurde z.B der Umsturzbügel zur Pflicht Das steht jetzt so ein roter, das ist ein Allgaier Porsche Das ist ein besonderer Typ, und da hab ich eine besondere Story Ich geh mal hinter Da hat der eine Bauer gesagt: “Ich hab noch einen draußen im Holz, den hab ich versteckt Von der Berufsgenossenschaft, hätten sie mir den beanstandet.” Normal hätte dort ein Bügel hingebaut werden müssen So einen Bügel, wie die den alle haben Der wär bestraft worden Beziehungsweise hätte er den verschrotten müssen Und er wollte ihn über die Zeit retten, und dann hat er ihn von seinem Anwesen weggebracht und ihn in seinem Holz versteckt Da war alles schon drübergewachsen Ich kann mich erinnern, als ich da hingefahren bin, hat man nur den Arsch gesehen, sonst nichts Dann weiß ich noch, mit der Motorsäge haben wir das ausgeastet, den haben wir direkt aus dem Holz geschnitten und ihn am Lastwagen aufgelegt, und seitdem ist er da Darum liegt der mir besonders am Herzen Obwohl das ein alter Karren ist, hat keine Hydraulik, gar nichts, ist fast ein Schrotthaufen, aber das ist eine große Rarität Wer nur ein bisschen Bescheid weiß, der kennt den gar nicht, weil es so was außergewöhnlich Seltenes ist Oldtimer sammeln, das müsse einer im Blut haben, meint Jakob Dietrich Wehe, es kommt ein Möchtegern daher Es kommen auch viele, die sagen: “Ich möchte mir einen Oldtimer kaufen, was soll ich für einen kaufen?” Wenn ich einen solchen schon hör, dem sage ich: “Dir verkaufe ich keinen, weil du bist kein Oldtimerfan Nur um mit deinem Geld zu protzen, brauchst du bei uns keinen Bulldog kaufen.” Du musst nur fragen: “Welchen willst du denn?” “Das ist egal “Ich bräuchte fürs Image”, so ungefähr, “einen Oldtimer.” Da muss ich mich zusammenreißen, dass ich ihn nicht rausschmeiß, da bin ich ein bisschen giftig Und da ist natürlich der schon mal, weil er rot ist, und weil “Porsche” daraufsteht Dann kann der sagen: “Ich hab einen Porsche daheim.” Dass er einen Bulldog hat, sagt er ja nicht, sondern man meint, er hat einen 100.000-Euro-Porsche Die, die ich gerade geschildert hab, wollen so etwas, aber die kriegen von mir gar nichts Jetzt! – Jawoll Hinter diesem Tor steht ein für Karl Dietrich ganz besonderes Stück Da ist jetzt die Dreschmaschine, die der Anlass war vom Sammeln, das ist diese Dreschmaschine Mit der ist praktisch Lohngedroschen worden 1960 übernahmen die Dietrich-Brüder die Maschine von einer Dreschgenossenschaft aus dem Nachbarort Pförring Drei Leute sind mit der von Bauern zu Bauern gefahren und da bei jedem gedroschen, das wurde alles im Winter gemacht In den 50er-/60er-Jahren war das die Wundermaschine, das war eigentlich das Highlight Die war relativ teuer, weil man geglaubt hat, die kann man wieder veräußern Und dann ist die eine Zeit lang gestanden, und dann hat man gewusst: Die hat keine Chance mehr, weil der Mähdrescher so stark geworden ist Denn es war Landwirtschaftswunderzeit: Der Mähdrescher brachte es zu ungeahntem Erfolg Und keiner kaufte mehr eine Dreschmaschine, die gerade eben noch auf der Höhe der Zeit gewesen war Dann war das ein Ladenhüter Die Entsorgung wurde so gemacht: Man hat noch Geld bekommen, aber nur für das Alteisen

Dann hat man das Holz verbrannt, ein kleines Feuer gemacht, und der ist im Freien verbrannt Das übrige Eisen hat man zum Alteisenhändler gefahren, und da hat man ein paar Mark gekriegt Das war damals die Entsorgung Doch das brachte Karl Dietrich bei diesem guten Stück einfach nicht übers Herz Auf alle Fälle wollte ich so ein Gerät für die Nachwelt erhalten Und da ist dann die Sammelleidenschaft entstanden Da war er noch kein Sammler, aber bei mir ist das damals entstanden Das war der Beginn, vor ungefähr 60 Jahren Sieht man im Dunkeln auch noch was? Dahinten haben wir einen Schleifstein Das wäre noch was Interessantes, kann man da Geht das? Das ist eine technische Sache Da sind die Messer von den Häckselmaschinen geschliffen worden Das war Lehrbubenarbeit, das war so die Sträflingsarbeit Die Lehrbuben, die nicht pariert haben, haben an der Maschine oft den ganzen Tag nur schleifen müssen Das war für die ein bisschen Sträflingsarbeit Das möchte ich jetzt nicht ganz bestätigen Er war der Chef, ich war ja bloß der Kaufmann, und da haben sie oft über den Chef geschimpft, weil der Chef ihn zur Sträflingsarbeit verdonnert hat Den ganzen Tag schleifen, das ist schon keine einfache Arbeit Das ist ganz selten vorgekommen, und ich hab schon geschaut, dass das einer auch kann Karl Dietrich war der technische Leiter des Unternehmens Er hatte Landmaschinenmechaniker gelernt Dabei interessierte sich der kleine Karl zuerst gar nicht für den elterlichen Betrieb, er wollte eigentlich Schuster werden Da kommt einmal mein Vater und hat gesagt: “Du, Karli ich hab das Christkindl getroffen Und das hätte eine Dampfmaschine gehabt Ich hab aber gesagt zu ihm, eine Dampfmaschine kann mein Bub nicht brauchen, der wird Schuster Wenn er Mechaniker werden würde, dann wäre es das Richtige.” Da hat’s mir einen Ruck gegeben: “Dann muss ich tatsächlich Mechaniker werden.” Und von da an wollte ich nie mehr Schuster werden Und so wurde aus Karl der Mann für die technischen Fragen im Familienunternehmen Sein jüngerer Bruder Jakob erledigte das Kaufmännische Dabei war ihm als Einzigem der Kinder eine Laufbahn außerhalb des Betriebs zugedacht Er sollte Pfarrer werden, ein Herzenswunsch der Mutter Ich wurde ins Gymnasium geschickt Aber dann hatte ich ein Problem, in der 5. Klasse hat meine Lehrerin gesagt: “Dietrich du wärst ein netter Kerl Aber mit Latein hast du nichts am Hut Wenn es einen Siebener geben würde, dann würde ich dir in der Benotung einen Siebener geben.” Und dann war meine Karriere als Theologiestudent beendet Zwei unterschiedliche Brüder, Karl zurückhaltend, Jakob, der nie ohne sein Kapperl aus dem Haus geht, mitteilsam Da wird auch gestritten, aber in ihrer Traktorenleidenschaft sind sie eins Das sind Hopfenschlepper In unserer Gegend Wir sind Holledauer, und das ist der Eicher Puma, der müsste noch gehen Das ist ein schönes Gefühl hier oben, wenn das so läuft Fahren müssen wir nicht mehr Schalte ihn aus, wir haben gesehen, dass er läuft Nicht dass wir ihn noch anzünden Er ist mehr ein Ich-Mensch, und ich bin mehr ein Wir-Mensch Das kann ich überhaupt nicht bestätigen Ich würde sagen, wir sind zwei Dickschädel, wir rumpeln oft richtig zusammen, aber dass er “Wir” und ich ein “Ich”, das stimmt nicht Aber deswegen haben wir Meinungsverschiedenheiten, aber stimmt aus meiner Sicht überhaupt nicht

Du musst jetzt was anderes sagen Nein, ich muss das nur ein bisschen verbessern, weil ich hab nicht gesagt, du bist ein “Ich” und ich ein “Wir” Doch, hast du gesagt Ich hab gesagt, du bist mehr “Ich”, und ich bin mehr “Wir”, ich sage nicht, dass du ein “Ich” oder ich ein “Wir” bin Jetzt ginge es schon los Jetzt geht er schon wieder ins Extreme Also, wir streiten jetzt wieder, aber nachher sind wir wieder gut Wir haben verschiedene Ansichten, aber es gibt immer eine Lösung Für mich ist das wie ein Bild von Picasso Man weiß ja, was man in einem Picasso-Bild alles sehen kann Das ist eigentlich kein reales, klares Bild, sondern man kann da so viel hineininterpretieren Und das gleiche Gefühl hab ich, wenn ich das anschau Wir haben etwa 10, 15 Mähdrescher hier Das ist eine Besonderheit, dieser Claas-Mähdrescher dahinten, der ist Baujahr ’65 ungefähr Und da hat die Firma Claas einmal einen Versuch unternommen, einen eigenen Motor zu bauen Und das ist einer der wenigen, darum steht er auch hier Der hat einen Motor, den kennt gar niemand Das wissen die Claas-Leute gar nicht, dass sie selber mal einen Motor gebaut haben Nur wenige Stücke, mehr zum Versuch Aber der hat so einen Motor, das ist die Besonderheit, darum steht der hier Normal kann man den nicht aufheben, weil der so viel Platz einnimmt Jetzt müssen wir weiterkommen, sonst werden wir nicht fertig Dahinten ist auch was Interessantes, ein Steinbrecher Die Bauern in den Dörfern haben ihre Straßen teilweise selbst richten müssen, da hat es keine Straßenbaufirma gegeben Und die haben diese Bruchsteine an Ort und Stelle in den Brecher hineingeschmissen Dann ist der Schotter unten rausgekommen Und mit dem Schotter haben sie ihre Straßen gebaut Sie seien moderne Boandlkramer, sagen die Brüder von sich Solche, die das alte Zeug holen und aufheben, damit es später irgendwer mal ausgräbt Das hält uns fit, ich messe mich immer an meinen Schulkameraden, die sind alle schon fast nicht mehr da Die meisten, die noch da sind, schauen 24 Stunden die Decke an Das hält uns ein bisschen fit, weil wir das einfach noch wollen Und das Wollen treibt dich ja immer noch Was die Dietrichs dagegen gar nicht treibt, ist Geld Allein für diesen Lanz, Baujahr 1950, würden Sammler viel hinblättern Auch unverkäuflich Das Geld kannst du nicht mehr auf die Bank tun, weil du keinen Zins mehr bekommst, und in die Schublade rein, ich glaub, das ist auch nicht das Richtige So einen Wert, das ist ein ideeller Wert, den kann man mit Geld nicht bezahlen Noch schlimmer ist das Das ist ein Einbaumotor Und zwar ein Schlüter Der hat ungefähr 25 PS, Baujahr 1928 Und zwar ist der in einer Mühle gelaufen Wenn die z.B. wenig Wasser hatten, ist der Motor zugeschalten worden Ungefähr fünf Lehrbuben von mir, die sind genauso verrückt und bauen die Oldtimer zusammen, basteln Da ist einer darunter, der ist uns böse, weil wir ihm diesen bloß als Leihgabe geben würden, aber nicht verkaufen Damit ist er nicht einverstanden, er will ihn besitzen Der ist ein Narr, noch schlimmer als wir zwei Die Kurbel muss irgendwo liegen Früher warfen die Brüder den Motor immer wieder mal bei Festen an, damit sich was gerührt hat Dazu brauchte man eine Kurbel Die liegt irgendwo, aber ich seh sie jetzt nicht Aber der ist vielleicht schon fest, weil der steht jetzt schon mindestens zehn Jahre Aber der ist bei uns immer Schaulaufen, das war Wenn der im Mittelpunkt war, da sind die Kinder immer rum,

das war das Highlight Vorsicht, Finger raus Ein bissel scheppern darf es auch Da haben wir jetzt noch einige Besonderheiten Früher hat es ungefähr 30 bis 40 Hersteller gegeben Wenn ich nur da schaue, von denen gibt es heute fast gar keine mehr Das Vordere ist ein Eicher, das ist auch ein Eicher, gibt es nicht mehr, gibt es nicht mehr Das ist ein Porsche, gibt es auch nicht mehr, der Güldner da vorne, gibt’s alle nicht mehr Lauter Fabrikate, die verschwunden sind In Bayern gibt es für ganz Deutschland nur noch 2 Hersteller Das ist in Marktoberdorf der Fendt Und in Lauingen an der Donau den Deutz Warum es nicht mehr mehr Hersteller gibt? Weil die von der Technik her, was da Elektronik drinnen ist, in so einem Fahrzeug heute, das kann sich niemand mehr leisten Das alles zu entwickeln und weiterzuentwickeln Das waren ja noch einfache Sachen, Fahrgestell, Motor, Getriebe, Hinterachse zusammengebaut Fertig Und da stehen sie nun, die alten Modelle, aufgereiht, still und ehrwürdig Eine letzte Ruhestätte für Traktoren Und die zieht manchmal gar nicht andächtige Besucher an Da sind die Grabräuber tätig gewesen Das ist im Freien, in der Nacht sind halt die Grabräuber gekommen Da sehen Sie, den Anlasser haben sie ausgebaut Lichtmaschinen, Anlasser, sehen Sie, die Löcher Scheinwerfer Das ist natürlich ein Riesenverlust, den man nicht mehr wettmachen kann Wenn man das so sieht, das tut direkt weh Da sind wir nicht ganz unschuldig, wir waren nachlässig Damit müssen wir einfach leben In der Halle gegenüber wartet Besuch Sepp Habermann, er ist der ehemalige Lehrling, der ein Auge auf den stationären Motor geworfen hat Sepp, du möchtest ihn unbedingt kaufen? Unbedingt Und ich würde sagen, du kriegst ihn als Leihgabe zu deinen anderen Motoren Dann ist dir doch geholfen, und du brauchst kein Geld Was sagst du dazu? Ist eigentlich kein schlechter Vorschlag Richtig, aber trotzdem gehört er mir dann nicht Ich möchte etwas, was mir gehört Aber du hast ihn doch Nachher kommt einer, und ich muss sagen, er gehört mir nicht Ja und? Ist das eine Sünde? Die Kurbel ist inzwischen gefunden Jetzt schauen wir mal Ich helf jetzt auch noch ein wenig mit Da schau her Die Dietrichs haben den Landmaschinen-Mechaniker Michael Spenger dazugeholt, einen kräftigen Burschen Vielleicht bringt er den Motor zum Laufen Der mag nicht, den bringen wir nicht hin Schauen wir mal, was er tut Da sind die Einspritzdüsen fest Da kann man nicht einspritzen Geht nix mehr Das ist jetzt schade Weil wie ein Lanz-Bulldog hört der sich an Einen Sound hat der, einmalig Wie der Lanz-Bulldog, das ist richtig, ja Fest, geht nichts mehr Sepp, du kriegst ihn auf alle Fälle als Leihgabe, das steht schon fest Wir sind Sammler Wir sammeln und verkaufen nicht Das ist unser Problem Sie können uns praktisch gar nichts abkaufen Das ist unsere Leidenschaft, und ein Sammler verkauft nichts Das Schlimme, das hab ich von ihnen gelernt, ich verkauf auch nichts Er ist noch geiziger als wir

Wahrscheinlich wird er mich überleben und ihn dann doch kriegen Oder vielleicht gar ihre ganze geliebte Sammlung? Das wäre Sepp Habermann des Guten zu viel, seine Leidenschaft sind nur Standmotoren Aber was soll aus dem Schatz der Dietrichs einmal werden? Wir waren vier Brüder, da sind überall Nachkommen da Ich würde sagen, da ist kaum einer dabei, den das interessiert Wir sind alle schon weit über Achtzig, da verkauft man das nicht mehr Da würde man uns auslachen, wenn wir das verkaufen würden Wenn ich einen finden würde, der das weitermacht, dem würde ich meinen Teil schenken Ja, das würde ich auch Ich würde nicht verkaufen, der müsste das aber weiterführen und weiterentwickeln und die Nostalgie befriedigen Das sehe ich auch so Nostalgie, das ist nicht alles hergeschniegelt und hergebügelt, sondern man kann noch sehen, wie der auf dem Sitz gesessen ist Und wie dem der Hintern wehgetan hat, der da den ganzen Tag draufgesessen ist Und das als Museum herrichten, ist finanziell gar nicht möglich Für uns zwei ist das nicht mehr drin Und doch, aus all dem ein Museum, das wäre der Traum der Gebrüder Dietrich Und einem Nachfolger würde gewiss nicht langweilig Diese Dinger, das sind lauter Fuhrwerke Die ganzen Gestelle, die liegen irgendwo da unten drin Das müsste man mal zusammenbauen, das wird mal ein Problem werden Das sind lauter fertige Wägen, aber da bräuchten wir alle diese Teile da dazu Das haben wir bloß reingetan, sonst hätte man keinen Platz mehr Also das kann schon sein, dass es da mal Ärger gibt, wenn jemand die zusammenbauen muss Dass das kleine Archäologen sein müssen, um sich da auszukennen Wir müssen bloß aufpassen, dass uns nicht der Holzwurm reinkommt Vereinzelt haben wir damit schon Probleme Sie sehen ja, da ist noch der Dreck, so wie er vom Feld gekommen ist vor 50 Jahren So ist der noch dran an den Reifen Aber das hat das gleich ein bisschen konserviert, das hat seine Vorteile Das ist Nostalgie, sagen wir mal so Aber wegschmeißen Das können unsere Nachkommen Wegschmeißen kann man nur einmal, aufheben kann man immer wieder So ist es Wer hätte das geglaubt, dass unsere Schmuckstücke einmal noch so zu Ehren kommen, das hätte kein Mensch geglaubt Da muss ich gleich lachen Die gehörten auch ein bisschen geschmiert Oder haben wir nicht mehr so viel Kraft? Das wird wahrscheinlich eher der Fall sein Untertitelung: BR 2019