Entlang der Maas – von Dinant nach Lüttich | WDR Reisen

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Kannst du das denn? Sehen wir gleich, also ich habe keine Einweisung bekommen Also ich sitze. Das ist gut Wir fahren auch gleich irgendwann mal vorwärts. Wo war nochmal vorwärts? So einfach ist das doch nicht Und Captain Karl wie findest du das? – Super. Das Ding, das eiert irgendwie ganz komisch rum Meinst du das wird was, mit der Fahrt entlang der Maas? Das weiß ich auch noch nicht das werden wir sehen Wir sind mal wieder unterwegs. Dieses Mal in der belgischen Wallonie Es geht immer entlang der Maas Unsere Stationen: Dinant, Namur und Lüttich Erstmal also nach Dinant. Gemütlich per Gondel oder sportlich auf der alten Treppe kommen die Besucher rauf zur Zitadelle Rund 200 Jahre ist die Militärfestung alt, heute wird zum Glück nicht mehr verteidigt sondern besichtigt Die Führungen sind mehrsprachig, auf Wunsch auch auf deutsch Was für eine Aussicht. Dinant gilt als die Schöne an der Maas. Ein kleiner Geheimtipp also Der Herr links, in Bronze, ist Adolphe Sax. Erfinder der Saxophons und berühmtester Sohn der Stadt Ein kleines Museum erinnert an den Tüftler und Musiker Zu sehen: Ein original Saxophon und diese sehr ausgefallenen Varianten In der ganzen Stadt kommt man ständig an den ausladenden Instrumenten vorbei, so sollen wohl auch Chinesen angelockt werden Die Tourismus Planer haben Dinant zur Stadt der Saxophone erklärt und für die neue Uferpromenade an der Maas tief in die Tasche gegriffen Etwas außerhalb, ebenfalls an der Maas, liegt Chateau Freyr. Eine ehemalige herzögliche Sommerresidenz Die meisten Besucher zieht es in die historischen Gärten Wenn man genau hinguckt, erkennt man: Das französische Versailles war Vorbild Beim letzten Schloss Umbau im 18. Jahrhundert Chateau Freyr und die Felsen von Freyr, noch ein Anziehungspunkt Für Hochseilartisten und neugierige Reisereporter Und wär das was für dich? Niemals! Ist vielleicht auch besser so Mit Werner als Guide, besuche ich die Höhle “La Merveilleuse”, im Fels direkt unter Dinant Es gibt jede Menge Tropfstein Formationen zu sehen. Auch sehr außergewöhnliche Der Name von unserer Grotte “La Merveilleuse” kommt eigentlich von diesem Wasserfall den sie hier sehen “La Merveilleuse”, die Schöne und mit viel Vorstellungskraft, naja, ein Wasserfall Meine gebratenen Hühner hängen da oben an der Decke Ich hab’s gesagt. Ein bisschen Fantasie braucht man schon Das könnten auch Tauben sein Ja das könnten auch Tauben sein Es wird immer spannender Die Höhle ist sogar bewohnt, aber eigentlich nur im Winter Hier oben sehen Sie auch noch eine Fledermaus hängen, die ist im Winterschlaf Also wir haben hier in unserer Grotte 300 bis 400 Fledermäuse, also im Winter Die kommen hier zum Winterschlaf hin. Es gibt welche, die komplett ausgestorben sind in Deutschland. Die es auch überhaupt nicht mehr gibt, auch nicht in den Niederlanden. Und wir haben die noch immer hier hängen Da sind die Leute meistens ganz begeistert, dass man sagen kann ich habe die Fledermäuse gesehen, die es Deutschland überhaupt nicht mehr gibt Sie ist eine der größten und schönsten Höhlen Belgiens. Es geht bis zu 65 meter in die Tiefe Der Rundgang dauert gut eine Stunde Zurück ans Tageslicht – Hallo sind sie Olivier? – Ja, Olivier Guten Tag. Willkommen in der Maison de la pataphonie Kommen Sie mit, wir machen ein bisschen Musik Die “Maison de la pataphonie” ist ein Unikum. Hier gibt es jede Menge Instrumente, Marke: Eigenbau Olivier ist Museumschef und auch Musiker und er tüftelt ständig an Musikinstrumenten aus Alltagsgegenständen

Die Orgel aus Plastikschläuchen und Rohren zum Beispiel. Der Baumarkt lässt grüßen *Musik* Ich folge dem Bastler unters Dach, und noch mehr Überraschungen *Musik* Olivier baut auch Saxophone in allen Formen frei nach Motiven des großen Vorgängers Adolphe Sax Nichts ist sicher vor Oliviers Erfindergeist Damit kann man auch die Fenster putzen Ist das eine Passion ? Na klar. Das ist meine Leidenschaft. Ich entdecke überall so kleine Sachen, dann beginne ich und bastle ein erstes Instrument und dann kommen weitere dazu Ich suche immer nach neuen Instrumenten die ich bauen kann Im Moment arbeite ich an diesem hier. Das ist ein kleines Plastikstück Ich spiele mal was vor *Musik* Die Maison de la pataphonie. Nicht verpassen Ein paar Schritte weiter in der Rue Grande schon wieder: Na was wohl? Saxophone. Diesmal aus Lebkuchenteig, die Couques von Dinant, aber Vorsicht! Das ist nur Mehl und Honig. Wenn es frisch ist, ist es sehr hart Also, abwarten! Die Lebkuchen werden später sowieso von selber weich, und meinen Zahnarzt freut’s Dinant, die Perle an der Maas, glänzt auch am Abend besonders schön *Musik* Weiter geht’s durchs Radfahrerland, nach Namur, die Stadt der Genießer Wieder eine Festung, wieder viel Wasser. Namur liegt am Zusammenfluss von Maas und Sombre Im alten Gemäuer der Zitadelle, betreibt Monsieur Delforge eine einzigartige Parfummanufaktur In den Gängen ist es immer etwa 14 Grad kühl, ideal um in Ruhe neue Düfte zu kreieren Die Kellergewölbe sind auch für Besucher geöffnet Heute zeigt mir Monsieur Delforge seinen unterirdischen Arbeitsplatz In einem Zeitraum von 3 Monaten bis zu einem Jahr, probiert man einen neuen Duft zu kreieren Man nimmt sich Zeit, damit die Note sich entwickeln kann Das ist im Grunde genommen so wie bei einem guten Wein Bei so einem Job kann man die Zeit glatt vergessen. Monsieur Delforge ist schon weit über 70 jahre alt und Parfümeur seit mehr als 30 Jahren Maiglöckchen Duft. Na da haben wir es doch Aber wenn ich ehrlich bin, nicht so ganz meine Sache Ist das nun ein Beruf oder ist das Leidenschaft für Sie? Die Arbeit ist eine positive Droge für mich Es macht mir immer noch Spaß mit natürlichen Duftstoffen zu experimentieren, das ist nunmal meine Welt Und außerdem geht es hier auch ums Geschäft Hier endet jede Führung in der Parfümerie Delforge Namur ist die Hauptstadt der Wallonie und Namur hat die Ruhe weg, sagt man. Ein Leben im Schneckentempo sozusagen Das finden auch die Stadt Schelme Josephe und Francis Also Schnecken anbinden oder einsperren, hauptsache sie kriechen nicht davon Die Schnecke: Das Symboltier der Stadt Altstadtführung mit Michelle: Die pensionierte Lehrerin zeigt mir ihre Lieblingsecken und lieblings Schnecken Das ist ein richtig gutes Restaurant Schnecken gibt es hier als Delikatesse, eben das Symboltier der Stadt

In der Rue de la Halle gibt es das: – Hier gibt es ausschließlich Spezialitäten aus der Wallonie “Cote terroirs. La cave de Wallonie” Also mal reingeschaut ins feinschmecker Paradies. Inhaber Etienne steuert geradewegs auf eine Spezialität zu und was wohl ? Die kleinen grauen Schnecken von Namur. Die vegetarische Alternative: Käse aus der Region Ein paar Ecken weiter. Die Maison des Desserts will mir Michelle unbedingt noch zeigen Sie ist als Guide der Namur Greeter unterwegs und macht das gratis. Dieser Laden ist Michelles top Tipp Den Laden gibt es seit 1946 Mein Bruder und ich sind die dritte Generation. Meine Eltern haben das hier zu dem gemacht was es heute ist Hier kann man Schokolade probieren, Kuchen und Süßigkeiten kaufen Das ist unsere Maison des Desserts Es ist alles hausgemacht von Juniorchef Etienne de Korn und seinem Team, ein Paradies der Kalorienbomben Nach meiner Pensionierung habe ich bei der Greeter Organisation angefangen, ich hatte Zeit und ich liebe meine Stadt Entlang der Sombre, das historische handwerker Quartier Sonntagsstimmung. Noch gar nicht in Stimmung: Kameramann Andreas, am Ufer der Maas ist Flohmarkt – Ich hasse Flohmärkte, ich kann Flohmärkte nicht ausstehen Wir sind nicht die Ersten, hier ist schon bisschen was los. Ja die Belgier lieben Flohmärkte Einfach mal in Ruhe stöbern und bitte nicht stören Bonjour! – Bonjour Für die Einheimischen ein regelmäßiger Sonntags-Zeitvertreib Die halbe Stadt ist auf den Beinen: Gucken, Kaufen, Zeit totschlagen – ganz egal, hauptsache unter Menschen sein Ein Stück typisches Namur Sonntag Mittagessenszeit, man lässt es sich gut gehen, das große Thema in Namur Das “le bon Vin” in der Rue du Président Der gastro Tipp. Bei Willi und Christianne gibt es Regionales, na was wohl: Schneckensuppe à la Maison zum Beispiel So und jetzt die Schneckensuppe Ich bin die Chefköchin seit über 20 Jahren mit Begeisterung Und fertig ist die Suppe Wir beziehen alle Produkte aus der Region, von Herstellern die wir kennen Ein bisschen Deko, das Auge isst ja schließlich auch mit und dann: Voilà. Bon Appétit Christianen die Köchin und Ehemann Willi: belgischer geht’s kaum Es kommt, was kommen musste: meine erste Schneckensuppe. Christianne hat darauf bestanden Ja, kann man essen. Und du hast du schonmal Schnecken gegessen? Und wie schmeckt es dem Kollegen? Ich esse lieber meine Forelle. Bon Appétit Zurück an die Maas. Wir haben von einem besonderen Bed and Breakfast gehört auf der MS Elisabeth Also mal herein geschaut bei Martine, der Schiffseigentümerin Morgen gibt es Frühstück, nicht hier im Salon sondern draußen Hier unten sind drei Doppelzimmer Martine bietet auch Flusskreuzfahrten an Von Namur fahren wir Richtung Frankreich nach Charleville-Mézières, in die andere Richtung geht es bis Brügge, das ist auch sehr schön. Wir fahren nach Gent, Mons, Tournai Eine Maas-Tour für Fortgeschrittene sozusagen. Verpflegung mit frischen Kräutern inklusive Wer lieber bleibt, dem wird es an einem Wochenende ganz sicher nicht langweilig in Namur

Unsere Reise geht weiter nach Lüttich und wir bleiben am Fluss. Navette fluviale Mit dem Pendelboot mache ich eine Tour auf der Maas. Typisch belgisch und irgendwie so richtig nett Für wenig Geld gibt es richtig viel zu sehen Das ganze Stadt Panorama vom Wasser aus. Über zwei Stationen sind es bis zu Altstadt, macht zwei Euro. Ein Tagesticket kostet acht Euro Günstiger ist eine Stadtbesichtigung wohl kaum zu haben Direkt am Maasufer la Batte, der älteste und größte Markt Belgiens. Ein Klassiker für Bauern und Händler Der markt findet jeden Sonntag statt, also rein ins Gewühl Und ruhig probieren! Mal wieder: Schneckensuppe in Belgien werde ich noch zum Experten, gar nicht mal schlecht Vielleicht nicht jedermanns Sache, auf diesem Markt werden auch lebende Tiere verkauft Kaninchen, Hühner, Gänse Praktisch jede Art von Federvieh Ein Stück belgische Lebensart *Musik* derPlace du Marche im Zentrum und der berühmteste Sohn der Stadt sitzt mittendrin. Georges Simenon, Schriftsteller und Schöpfer von Kommissar Maigret. Lüttich ist die Metropole der Wallonie, rund 200.000 Einwohner leben hier. Einige Einheimische stehen Schlange in der Rue des Mineurs und auch Touristen Was gibt es hier? – Die besten Waffeln der Stadt Hat man uns erzählt. Deshalb stehen wir Schlange seit einer Viertelstunde, in der Hoffnung, dass wir bald drankommen In dieser Bäckerei werden viele Arten Kalorienbomben hergestellt: Plätzchen, Windbeutel Mandelgebäck, doch vor allem dreht sich alles nur um Eins: Und hier soll es die besten Waffeln von ganz Lüttich geben? – Ja Diese Hier. Nur Vanille oder Zimt drinnen. Der Geschmack ist typisch für Lüttich Also gut merken: Die Boulangerie une Gaufrette Saperlipopette Die Treppe Montagne de Bueren, fast 400 Stufen lang. Herausforderung für Touristen und Einheimische und vielleicht auch was für Andreas? – Willst du mal hochgehen? – Nene du gehst hoch Sprach’s und war schon abgetaucht hinter der Kamera Zum glück habe ich diesen jungen Sportler entdeckt, Nicolas Wie oft läufst du denn die Treppe hoch? Eine Stunde. – Eine Stunde wirklich? Die ganze Treppe rauf und runter eine ganze Stunde lang? – Nein nur die Hälfte – Nur die halbe Treppe, dann ist ja gut Ich bin ja schließlich Sprinter Dann wollen wir auch nicht länger stören Nächster Tipp, gleich um die Ecke im ehemaligen Kloster Viertel, haben sich zwei junge Unternehmer aufs Durst löschen spezialisiert. Lüttich zwischen Vergangenheit und Moderne. Die neue Brasserie “C”. In der Bar wird das Curtius Bier frisch gezapft und im Keller selbst gebraut. Kleine Führung ins Herz der angesagten micro Brauerei. Ein erfolgreiches Startup von zwei Studenten Jetzt heißt es Bier brauen statt Bücher wälzen Und bei den Führungen erklärt Antoine die Besonderheiten der Hausbiere. Das klassische Curtius, das dunkle Stout und andere Hopfen-Spezialitäten Kleiner Tipp: Langsam trinken. Die Biere haben nämlich zwischen sieben und acht prozent Alkohol. Der geht dem sonnigen Klostergarten ziemlich schnell in den Kopf Es gibt einen Wandel, wer hier lebt der möchte Veränderungen, denn die Stadt war sehr arm, aber jetzt entwickelt sich eine Menge

Neue Unternehmen, wie unsere micro Brauerei, da passiert wirklich viel Gut für die Stadt Den Anfang machte der Bahnhof 2009, der Thalys braucht rund eine Stunde aus dem Rheinland Stararchitekt Calatrava hat das Gebäude entworfen Der Startschuss für das neue Lüttich. Vom Bahnhof bin ich in zehn Minuten in diesem Park. 2016 neu eröffnet “La Boverie”, das Museum der schönen Künste Der klassische Altbau wurde um einen modernen Trakt ergänzt, mit freiem blick auf einen Seitenarm der Maas Gebäude und Gemälde sind nun gleichermaßen interessant Zeitgenössisches oben, die alten Klassiker im Untergeschoss. Die Sammlung ist überschaubar, frei nach dem Motto klein aber fein Ein bisschen Picasso, Chagall und natürlich Monet Nach dem Besuch fühle ich mich ausnahmsweise mal nicht erschlagen von viel zu viel berühmter Kunst Das Viertel rund um die Gasse ist im Aufbruch Alt und neu, dicht beieinander Der Käseladen, wie das schicke Restaurant in der Nachbarschaft. Noch sind hier die Einheimischen unter sich Beim Stamm-Metzger um die Ecke oder in Audrys sehr speziellem Frisiersalon Audrys Motto: Hair, fun and rock’n’roll Natürlich geht es hier um den perfekten Schnitt, aber irgendwie ist der Laden auch eine Art Flohmarkt für Kurioses Einen besonderen Tipp hatte Sarah für uns, nur ein paar Straßen weiter Das ist eine tolle Show ihr müsst zur richtigen Zeit da sein Am Sonntag, ja. Kennt ihr den Markt? Danach geht man ins Olivettes. Man trinkt Bier. Ja das ist eine richtige Party Also auf ins Olivettes, ein sogenanntes Café chantant, in dem viel gesungen wird. Eine typisch belgische Institution *Musik* Hier kann sich jeder auf die Bühne trauen, aber es gibt nicht mehr viele dieser Cafés, das Olivettes ist in Lüttich das letzte seiner Art *Musik* Unsere belgischen Nachbarn und die Wallonie, gar nicht weit weg und doch so wunderbar anders und liebenswert. Im Grunde genommen doch genau was wir suchen auf einem Ferientrip